Urlaub ohne Gepäck? Ihre Rechte bei Gepäckverlust:

Wer reist, reist meist mit Gepäck. Koffer und Taschen beinhalten auf Reisen alles Notwendige für den geplanten Aufenthalt am Endziel. Ein Reiseantritt mit Gepäck garantiert aber noch nicht, dass der Passagier und sein Hab und Gut auch zur selben Zeit und am selben Ort wieder zueinander finden. Basierend auf jahrelanger Erfahrung im Bereich Reiserecht, erläutert die Kanzlei Heinke . Skribe + Partner Rechtsanwälte mit Sitz in Wien, welche Rechte Passagieren bei Gepäckverspätung, Gepäckverlust oder Gepäckbeschädigung zustehen und wie diese durchgesetzt werden können. Als Rechtsgrundlage dient dabei das Montrealer Übereinkommen.

VERSPÄTETES GEPÄCK

Landet der Fluggast am Zielflughafen ohne sein Gepäck, entsteht dem Reisenden ein Anspruch auf Ersatzbeschaffung der für den Reisezweck notwendigsten Gegenstände. Die Definition von „notwendig“ bezieht sich dabei zum Beispiel auf Toiletteartikel, Kleidung oder anderen Utensilien, die für den Aufenthalt unentbehrlich sind. Die angemessene Entschädigungszahlung für derartige Gegenstände ist mit EUR 1.317,49 beschränkt.

Die Verspätung der Gepäckstücke und die dadurch verursachten Kosten für die Ersatzbeschaffung müssen längstens binnen 21 Tagen nachdem das Ersatzgepäck zur Verfügung gestellt wurde, schriftlich bei der Fluggesellschaft gemeldet werden.

VERLORENES GEPÄCKS

Ein Gepäckstück gilt als verloren, wenn dieses nicht nach 21 Tagen wieder an den Fluggast ausgehändigt werden konnte. Ist dies der Fall, hat der Besitzer Anspruch auf Ersatz der verlorengegangenen Gepäckstücke und Gegenstände bis zu einem Höchstbetrag von EUR 1.317,49, sofern mit der Fluggesellschaft kein höherer Betrag vereinbart wurde. Ist der Verlust auf die mangelnde Qualität oder einen Defekt des betroffenen Gepäckstücks zurückzuführen, muss die Fluglinie keine Haftung übernehmen. Die Fluggesellschaft ist nur dann haftpflichtig, wenn der Verlust des Gepäckstückes auf deren Verschulden zurückzuführen ist.

Ansprüche wegen verlorenem Gepäck sind möglichst umgehend bei der Fluglinie geltend zu machen.

BESCHÄDIGTES GEPÄCK

Kommt das Gepäck eines Fluggastes beschädigt am Zielflughafen an, entsteht ein Anspruch auf Ersatz der beschädigten Gepäckstücke und Gegenstände bis zu einem Betrag von EUR 1.317,49, sofern mit der Fluggesellschaft kein höherer Betrag vereinbart wurde. Bei Vorsatz und grobem Verschulden der Airline entfällt diese Haftungshöchstbeschränkung. Ist die Beschädigung des Gepäcks auf mangelnde Qualität oder einen bereits vorhandenen Defekt des Gepäckstücks zurückzuführen, kann sich die Fluggesellschaft der Haftung entziehen. Eine Haftpflicht besteht nur dann, wenn die Beschädigung auf fehlerhaftes Handeln der Fluggesellschaft zurückzuführen ist.

Ansprüche wegen beschädigtem Gepäck sind binnen 7 Tagen ab Aushändigung des Gepäckstücks an den Fluggast, schriftlich bei der Airline geltend zu machen.

PIR-FORMULAR

Heinke . Skribe + Partner Rechtsanwälte raten Ihren Mandanten in allen oben genannten Fällen unbedingt noch vor Ort das sogenannte PIR-Formular auszufüllen. PIR steht dabei für Property Irregularity Report. Ein solches Formular ermöglicht die Dokumentation der entstandenen Unregelmäßigkeiten und kann bei Gerichtsverfahren als Beweis dienen. Dem Fluggast wird dazu geraten, Kontaktdaten sowie Informationen zum fehlenden oder beschädigten Gepäckstück schriftlich durch das PIR-Formular festzuhalten und einen Durchschlag davon als mögliches Beweismittel gut aufzubewahren. Die zeitnahe Unterzeichnung am Flughafen dient zudem als Nachweis der Einhaltung oben genannter Fristen.

Heinke . Skribe + Partner Rechtsanwälte legen betroffenen Passagieren zudem nahe, das Gepäck direkt bei der Übergabe auf Schäden zu kontrollieren. Nehmen Sie Ihr Gepäck vorbehaltlos entgegen, so gilt die Vermutung, dass das Gepäckstück unbeschädigt war. Dies macht eine spätere Reklamation von Beschädigungen schwerer durchsetzbar.

Sind Sie von Gepäckverlust, Gepäckverspätung oder beschädigtem Gepäck betroffen? Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Unsere Anwälte prüfen gerne Ihren Anspruch und verhelfen Ihnen zu Ihrem Recht – nicht nur in Österreich, sondern auch über die Grenzen hinaus in Deutschland.