Steuerreform 2015: Eine Schenkung jetzt machen?

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Steuerreform 2015 – Wird das Schenken von Liegenschaften nun teurer?

Wiewohl der Ministerrat die Steuerreform 2015 bereits beschlossen hat, so liegen zunächst noch keine genauen Details vor und wir stehen am Beginn der politischen Verhandlungen hinsichtlich der Kosten von Schenkung von Liegenschaften. Eine Verteuerung von Schenkungen einer Liegenschaft/Hauses/Grundstücks ist jedoch beschlossene Sache. Ob dies in jedem Fall so ist, stellen wir anhand der veröffentlichten Informationen dar und werden dies auch laufen updaten:

Schenkung von Liegenschaften nach derzeitiger Rechtslage

Nach derzeitiger Rechtslage wird bei Schenkungen von Liegenschaften generell der dreifache Einheitswert als Steuerbemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer herangezogen. Beim Erwerb der Liegenschaft innerhalb des Familienverbandes (hierzu gehören der Ehegatte, eingetragene Partner, Lebensgefährte, Elternteil, Enkelkind, Stiefkind, Wahlkind oder Schwiegerkind) beträgt die Grunderwerbsteuer 2% der Steuerbemessungsgrundlage, sohin 2% vom dreifachen Einheitswert. Bei einem Erwerb der Liegenschaft außerhalb des Familienkreises sind allerdings bereits 3,5% vom dreifachen Einheitswert zu bezahlen.

Änderungen bei Schenkungen durch die Steuerreform 2015

Die Steuerreform 2015 soll nunmehr eine Änderung der Tarife ab 2016 insofern bringen, als nicht der (günstigere, dreifache) Einheitswert, sondern der (höhere) Verkehrswert der jeweiligen Liegenschaft als Bemessungsgrundlage herangezogen werden soll. Hier ist allerdings eine Staffelung der Tarife vorgesehen: Bei unentgeltlichen Übertragungen von Liegenschaften mit einem Verkehrswert von bis zu EUR 250.000,00 sollen 0,5 % an Grunderwerbsteuer anfallen. Bei einem Verkehrswert zwischen EUR 250.000,00 und EUR 400.000,00 soll der Steuertarif bei 2% und bei darüber hinaus gehenden Verkehrswerten bei 3,5% liegen. Die Unterscheidung zwischen einem unentgeltlichen Erwerb innerhalb des Familienverbandes und jenem außerhalb desselben wurde sohin aufgehoben.

Daraus folgt weiters, dass bei Übertrag von wertvolleren Liegenschaften ein Vielfaches an Grunderwerbsteuer anfällt, als es derzeit der Fall ist. Andererseits kann es bei weniger wertvollen Immobilien jedoch tatsächlich auch zu einer günstigeren Grunderwerbsteuer als derzeit kommen.

Erfolgt ein unentgeltlicher Erwerb eines Grundstücks im Zuge einer Unternehmensübertragung im Familienverband, so soll der bisherige Freibetrag von EUR 365.000,00 auf EUR 900.000,00 angehoben werden.

Von den Änderungen nicht betroffen sind unentgeltliche Übertragungen von land- und forstwirtschaftlichen Liegenschaften. Hier wird weiterhin auf Basis der Einheitswerte, welche in der Landwirtschaft erst mit 01.01.2015 neu festgestellt wurden, besteuert.

Wenn man eine Schenkung einer Liegenschaft an Nachkommen beabsichtig, sollte man die weiteren politischen Verhandlungen beobachten und sich beraten lassen. Für ein kostenloses Erstberatungsgespräch stehen wir gerne zur Verfügung.

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