Fluggastrechte – 38 Tonnen Flugzeug gegen 0.6 cm Wurm

Wenn ein 0.6 cm langer Wurm verantwortlich dafür gemacht wird, dass rund 148 Passagiere ihren Flug nicht antreten können, sind die Fluggastrechte und das Wissen unserer Rechtsanwälte von Heinke . Skribe + Partner RAe gefragt.

(Teheran, 12.05.2017) Am 12.05.2017 ereignet sich am Flughafen in Teheran ein Vorfall, der zum Paradebeispiel dafür wird, sich als Fluggast nicht durch die Berufung auf außergewöhnliche Umstände abwimmeln zu lassen. Die Passagiere des Fluges ST 3329 sitzen am Imam Khomeini Airport fest. Die gebuchte Maschine ist nicht da, der Flug wird sich entsprechend verzögern. Soweit keine Seltenheit. Bis der Zwischenfall geklärt ist, entsteht den Passagieren eine Verspätung von 3 Stunden und 56 Minuten am Zielflughafen in Berlin-Schönefeld. Durch die verspätete Ankunft könnten an dieser Stelle die Fluggastrechte laut EU-Verordnung 261/2014 geltend gemacht werden, die den betroffenen Passagieren eine Ausgleichsleistung in Höhe von bis zu EUR 600 zuspricht. Aber Recht ist nicht gleich Recht – die Airline beruft sich auf außergewöhnliche Umstände, genauer: einen Wurm im Cockpit, und so müssen an dieser Stelle die Rechtsanwälte von Heinke . Skribe + Partner RAe auf ihr spezialisiertes Wissen und ihre Erfahrungen zurückgreifen, um geschädigten Passagieren doch noch zu ihren Ansprüchen zu verhelfen.

Die Erklärung der Airline Germania, für die oben beschriebene Flugverspätung ist folgende: Der Flug ST 3329 verzögerte sich, da die betroffene Maschine bereits den vorangegangenen Flug aus Berlin-Schönefeld aufgrund außergewöhnlicher Umstände nicht ausführen konnte. Außergewöhnliche Umstände bezeichnen solche Phänomene, bei denen trotz Einleitung sämtlicher zumutbarer Maßnahmen durch die Airline, eine Flugverspätung nicht verhindert werden konnte. Wenn also beispielsweise ein Orkan mit über 200 km/h über die Landebahnen fegt, liegt dieses Phänomen deutlich außerhalb des Verantwortungsbereichs der Airline und Flugverspätungen werden aus Sicherheitsgründen unumgänglich. Naturgewalten also, können Flugzeuge an den Boden fesseln. In genanntem Fall ist die „Naturgewalt“ jedoch ein Wurm. Ein Wurm von beachtlichen 0,6cm Länge, der sich in einem der zigtausend Teilchen des technischen Wunders Flugzeug eingenistet hat, und dort die Geschwindigkeitsmessung der Maschine boykottiert. Um kein Detail auszulassen, sollte dazugesagt werden, dass es sich bei der vermeintlichen Wahlheimat des Wurmes um ein sogenanntes Pitot-Rohr handelt. Eine L-förmige Staudrucksonde, die den Gesamtdruck von Flüssigkeiten oder Gasen bemisst und entsprechend zur Geschwindigkeitsmessung im Flugverkehr eingesetzt wird. Dass ein Flug ohne ordnungsgemäße Geschwindigkeitsmessung nicht stattfinden sollte steht außer Frage. Ebenso wenig sollte die Außergewöhnlichkeit dieses Falles angezweifelt werden. Aber: die Ungültigkeit der EU-Verordnung darf und sollte genauer untersucht werden. Ein erfolgreich durchgesetzter Fall aus der vergangenen Arbeit der Kanzlei Heinke . Skribe + Partner RAe zeigt, dass Kleinsttiere im Pitot-Rohr zwar nichts zu suchen haben, aber das es dem ausführenden Flugunternehmen durchaus möglich sein müsste, dass die Tierchen dort auch nicht hinkommen. Im Herbst 2013 war eine Biene in das berüchtigte Pitot-Rohr gelangt und hatte dafür gesorgt, dass etliche Passagiere ihren Flug nicht zeitgemäß antreten konnten. Das Amtsgericht Düsseldorf entschied damals zugunsten der Kläger und sprach den betroffenen Passagieren eine Ausgleichsleistung von EUR 400 zu.

Ob es in dem Verfahren um den verirrten Wurm ein ähnlich positives Urteil gibt bleibt abzuwarten. Die Rechtsanwälte von Heinke . Skribe + Partner RAe geben sich aber optimistisch. Grundsätzlich existiert für das diskutierte Rohr eine Abdeckung, die das Eindringen von Würmern und Insekten verhindern sollte. „Da ist der Wurm drin“, reicht daher als Ausrede für eine Flugverspätung nicht aus.